Daniel King: Englische Verteidigung
1.d4 e6 2.c4 b6 3.e4 Lb4+
In den 70ger- und 80ger-Jahren des vergangenen Jahrhunderts war die Englische Verteidigung bei vielen Topspielern auf der Insel sehr populär. Tony Miles, Nigel Short, John Speelman und auch unser Autor selbst trugen zur Entwicklung dieser Eröffnung bei. Lange Zeit war 3…Lb7 (oft gefolgt von 4.Ld3 und dem aus heutiger Sicht fragwürden 4…f5) die Hauptfortsetzung. In den letzten zehn Jahren verschob sich der Fokus allerdings auf den Zug 3…Lb4+ – und damit ist auch die Ausgangsstellung von Kings Analyse erreicht. Weiß kann das Schach mit den Zügen 4.Sc3, 4.Ld2 und 4.Sd2 parieren. Nach 4.Sc3 Lb7 bekommt Schwarz direkt sehr angenehmes Spiel (z.B. 5.Ld3 f5!). Nach 4.Ld2 Lxd2 5.Dxd2 setzt Schwarz kraftvoll mit 5…d5 fort, anschließend kommt er schnell zur Rochade und kann Spiel im Zentrum starten, während der weiße König noch in der Mitte steht! Nimmt Weiß mit dem Springer (5.Sxd2) rochiert Schwarz ebenfalls rasch und baut eine schwarzfeldrige Bauernkette mit c7-d6-e5 auf. Und wie steht es um 4.Sd2? Hier setzt Schwarz mit 4…Lb7 fort, um z.B. nach 5.Ld3 das klassische 5…f5 anzubringen.