Das Programm integriert den Syzygy Table Probing Code © Ronald de Man, den Gaviota EGTB Probing Code © Miguel A. Ballicora und den Nalimov EGTB Probing Code © Eugene Nalimov.
Syzygy-Bases
Das Syzygy 6-Steine-EGTB-System ist die empfohlene Tablebase-Lösung.
Es bietet die mit Abstand beste Kompression (kleinste Dateigröße) und beste Performance, insbesondere wenn mehrere Threads gleichzeitig EGTB-Probing durchführen. Viele Engines sind ausgiebig auf dieses moderne Endspieltabellen-System abgestimmt, um optimale Präzision und Stärke im späten Endspiel bei beliebigen Bedenkzeiten und Kernanzahlen zu liefern. Die Installation der Dateien auf einer SSD wird empfohlen, aber auch auf einer normalen Festplatte ist die Performance von Syzygy noch sehr gut.
Der einzige Nachteil der Syzygy-Bases ist, dass sie keine exakte „Distance to Mate"-Information enthalten. Falls Sie eine exakte Mattdistanz in einer Stellung benötigen, brauchen Sie eine alternative Lösung.
Das Syzygy 6-Steine-EGTB-System ist die empfohlene Tablebase-Lösung.
Für die Syzygy-EGTB-Unterstützung müssen Sie die Syzygy-EGTB-Dateien installieren. Zum Zeitpunkt dieses Schreibens sind alle Syzygy-Dateien als Torrent-Download verfügbar unter http://oics.olympuschess.com/tracker/index.php. Die 3-4-5-Steiner Syzygy stehen auch zum direkten Download bereit unter http://olympuschess.com/egtb/sbases.
Die Gesamtgröße der 3-4-5-Steine-Dateien beträgt 938 MB (290 Dateien), die 6-Steine-Tablebases benötigen 149 GB (730 Dateien).
Nalimov EGTB
Für die Nalimov-EGTB-Unterstützung müssen Sie die Nalimov-EGTB-Dateien installieren.
Frage: Ich verstehe das Konzept des Setzens einer Tiefe für EGTB-Probing nicht. Warum greifen nicht alle Stellungen mit 3-4-5 Steinen zur Bewertung auf die Tablebases zu?
EGTB-Probes sind extrem langsam im Vergleich zu einer normalen Bewertung durch die Engine. Angenommen Sie haben ein K+D+B-gegen-K+S-Endspiel. Auch ohne Tablebase-Zugriff weiß die Engine, dass dieses Endspiel für die K+D+B-Seite leicht gewonnen ist. Ein EGTB-Zugriff für diese Stellung würde die Spielstärke der Engine reduzieren, da sie stattdessen leicht 1.000 andere Stellungen hätte bewerten können statt eine eher nutzlose EGTB-Abfrage zu machen.
Selbst die In-Memory-„Soft"-Probes von Gaviota oder Scorpio sind manchmal relativ langsam im Vergleich zu einer nativen Bewertung – besonders wenn mehrere Threads laufen. Führen zwei Threads gleichzeitig eine Soft-Probe aus, muss der zweite warten, bis der erste fertig ist.
Erschwerend kommt hinzu, dass die Engine in ihrer nativen Bewertungsfunktion viel Endspielwissen enthält – deutlich mehr als die meisten anderen Schach-Engines. Selbst in einem nicht offensichtlichen Endspiel wie KLB gegen KL mit gleichfarbigen Läufern weiß die Engine recht gut, welche Stellungen gewonnen und welche remis sind. Das bedeutet: Außer für schwer zu bewertende Endspiele wie KDB gegen KD steigern die 5-Steine-EGTB die Spielstärke kaum.
Um damit intelligent umzugehen, variiert die Engine die Häufigkeit der EGTB-Zugriffe abhängig vom tatsächlich vorliegenden Endspiel. In schwer zu bewertenden Endspielen greift die Engine wesentlich früher auf die EGTB-Dateien zu als in einfach zu bewertenden.
Die Häufigkeit des Probings wird zusätzlich durch folgende Parameter beeinflusst:
· Hard Probe Depth ist die früheste Suchtiefe, in der EGTB-Probing zu einem Festplatten-Zugriff führt. Sie können diesen Wert reduzieren, wenn die Tablebase-Dateien auf einer sehr schnellen Platte installiert sind oder Sie weniger als 4 Threads nutzen.
· Soft Probe Depth ist die früheste Suchtiefe für EGTB-Probing, das nur den Speicher-Cache nutzt. Sie können diesen Wert reduzieren, wenn Sie weniger als 4 Threads nutzen.